Kategorie: Trauer & Abschied

Trauerkarte schreiben: So findest du die richtigen Worte

Persönliche Worte zu finden, ist im Moment des Abschieds oft gar nicht so einfach.

Wenn ein Mensch stirbt, fehlen uns manchmal genau die Worte, die wir jetzt eigentlich gerne sagen würden. Eine Trauerkarte soll Trost spenden, Anteilnahme zeigen und vielleicht eine schöne Erinnerung bewahren.

Aber wie schreibt man das, ohne dass es zu distanziert oder zu persönlich klingt? Ich zeige dir, wie du eine Trauerkarte Schritt für Schritt aufbauen kannst und gebe dir konkrete Beispiele an die Hand.

Eine Trauerkarte zu schreiben, fällt vielen schwer

Eine Trauerkarte zu schreiben, gehört sicherlich zu den Situationen, in denen wir besonders lange über einzelne Worte nachdenken. Schließlich möchtest du nichts Unpassendes sagen und die Trauer der Familie nicht mit einer gut gemeinten, aber vielleicht unpersönlichen Floskel begleiten.

Gerade in einem Moment, in dem jemand einen geliebten Menschen verloren hat, zählt Mitgefühl und das Wissen andere denken an mich.

Wenn du also vor einer leeren Karte sitzt und nicht weißt, wie du anfangen sollst um tröstliche und einfühlsame Worte zu finden, dann hilft es, die Karte einfach Schritt für Schritt aufzubauen.

So ist eine persönliche Trauerkarte aufgebaut

Eine persönliche Trauerkarte lässt sich eigentlich ganz einfach strukturieren. Du kannst dich an dieser Reihenfolge orientieren:

Anrede → Beileid → persönliche Worte → Erinnerung → gute Wünsche → Grußformel

Du musst dabei nicht jeden Punkt ausführlich behandeln. Je nachdem, wie nah du der verstorbenen Person oder ihrer Familie standest, kann die Karte ganz kurz oder etwas ausführlicher ausfallen.

1. Anrede

Beginne mit einer passenden persönlichen Anrede.

Zum Beispiel:

  • Liebe Anna,
  • Lieber Thomas,
  • Liebe Familie Müller,
  • Liebe Frau Schneider,
  • Lieber Herr Weber,

Je näher du der Person stehst, desto persönlicher darf die Anrede sein.

2. Beileid aussprechen

Im nächsten Satz kannst du direkt deine Anteilnahme ausdrücken.

Zum Beispiel:

Es tut mir sehr leid, dass du deinen geliebten Menschen verloren hast.

Oder etwas schlichter:

Zum Tod deiner Mutter möchte ich dir mein herzliches Beileid aussprechen.

Auch diese einfachen Worte sind vollkommen in Ordnung. Du musst nicht nach einer besonders außergewöhnlichen Formulierung suchen.

3. Persönliche Worte finden

Jetzt wird deine Karte persönlich.

Schreibe beispielsweise, was du mit dem verstorbenen Menschen verbunden hast oder was du an ihm besonders geschätzt hast.

Ich werde mich immer gerne an ihre herzliche Art und unsere gemeinsamen Gespräche erinnern.

Oder:

Für mich wird er immer als ein besonders hilfsbereiter und humorvoller Mensch in Erinnerung bleiben.

4. Eine Erinnerung teilen

Eine kleine konkrete Erinnerung kann besonders wertvoll sein.

Das muss keine große Geschichte sein. Oft reicht ein einziger Satz:

Besonders gerne denke ich an unsere gemeinsamen Sommerabende zurück.

Oder:

Ich erinnere mich noch gut daran, wie er uns damals mit seiner ruhigen und humorvollen Art zum Lachen gebracht hat.

Eine solche Erinnerung zeigt: Dieser Mensch war nicht einfach irgendjemand. Er hat Spuren hinterlassen.

5. Gute Wünsche für die kommende Zeit

Zum Schluss kannst du der Familie Kraft und Zuversicht wünschen.

Zum Beispiel:

Ich wünsche dir und deiner Familie für die kommende Zeit ganz viel Kraft.

Oder:

Für die kommende schwere Zeit wünsche ich euch Menschen an eurer Seite, die euch Halt und Trost geben.

6. Grußformel

Zum Abschluss passt eine schlichte, herzliche Grußformel.

Zum Beispiel:

  • In herzlicher Anteilnahme
  • In stiller Verbundenheit
  • Mit stillem Gruß
  • Ich denke an dich
  • Von Herzen
  • Alles Liebe

Top view of blank black envelope with white card placed on table with pencil and dry green sprig in modern room

Wie beginne ich eine Trauerkarte?

Der erste Satz ist häufig der schwierigste. Dabei kannst du ganz direkt beginnen. Gerade bei einer Trauerkarte sind schlichte Worte oft besonders passend.

Wenn du der Familie nahestehst

Liebe Anna,
ich war sehr traurig, als ich vom Tod deiner Mutter erfahren habe.

Oder:

Lieber Thomas,
es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich möchte dir einfach sagen, dass ich in Gedanken bei dir und deiner Familie bin.

Wenn du die verstorbene Person selbst kanntest

Liebe Familie Müller,
die Nachricht vom Tod von Peter hat mich sehr berührt.

Oder:

Liebe Anna,
mit großer Traurigkeit habe ich erfahren, dass dein Vater gestorben ist.

Wenn du eher distanziert bist

Wenn es sich beispielsweise um einen Kollegen, Nachbarn oder Bekannten handelt, darf die Formulierung etwas zurückhaltender sein:

Zum Tod Ihres Vaters möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Oder:

Mit großer Anteilnahme habe ich vom Tod Ihrer Mutter erfahren. Für die kommende Zeit wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft.

Du musst also nicht krampfhaft versuchen, eine besonders persönliche Karte zu schreiben, wenn das Verhältnis gar nicht so eng war.

Was kann ich persönlich schreiben?

Eine Trauerkarte wird vor allem dann persönlich, wenn du nicht nur schreibst, dass es dir leidtut, sondern etwas über den Menschen selbst sagst.

Wenn dir gerade nichts einfällt, helfen dir vielleicht diese drei Fragen:

Was habe ich mit diesem Menschen verbunden?

Vielleicht waren es gemeinsame Urlaube, Gespräche, Familienfeste, Nachbarschaftstreffen oder einfach viele kleine Begegnungen im Alltag.

Welche Erinnerung möchte ich bewahren?

Überlege, welcher Moment dir spontan einfällt, wenn du an die verstorbene Person denkst.

Was habe ich an ihr besonders geschätzt?

War sie herzlich, hilfsbereit, humorvoll, ruhig, lebensfroh oder immer für andere da?

Aus deinen Antworten kannst du anschließend einen ganz eigenen Satz formulieren.

Aus:

„Ich habe deine Mutter immer als sehr herzlichen Menschen erlebt.“

kann zum Beispiel werden:

„Ich werde mich besonders gerne daran erinnern, wie herzlich deine Mutter uns bei jedem Besuch empfangen hat. Diese Wärme werde ich in guter Erinnerung behalten.“

Genau solche kleinen persönlichen Gedanken machen eine Trauerkarte zu etwas Besonderem.

Trauerspruch, Zitat oder Bibelvers einbauen

Manchmal fehlen uns trotzdem die eigenen Worte. Dann kann ein passender Trauerspruch, ein Zitat oder ein Bibelvers die persönlichen Zeilen ergänzen.

Wichtig ist dabei: Der Spruch sollte deine eigenen Worte unterstützen und nicht ersetzen.

Du kannst beispielsweise zunächst deine persönliche Nachricht schreiben und anschließend einen kurzen Spruch ergänzen.

Du möchtest deine persönlichen Worte mit einem passenden Spruch ergänzen? In meinem Beitrag „Trauersprüche für Karten: Schöne Worte für einen schweren Abschied“ findest du kurze Trauersprüche, Bibelverse und Zitate.

Was schreibt man je nach Verhältnis?

Die richtigen Worte hängen auch davon ab, wie du die verstorbene Person oder ihre Familie kennst.

Trauerkarte für eine gute Freundin oder einen guten Freund

Bei einer guten Freundin darfst du sehr persönlich werden.

Liebe Anna,
ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es tut mir unendlich leid, dass du deinen Vater verloren hast. Ich denke an dich und bin für dich da, wenn du mich brauchst. Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Lieber Thomas,
es tut mir sehr leid, dass du Abschied von deiner Mutter nehmen musst. Ich werde mich immer gerne an ihre herzliche und offene Art erinnern. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und bin in Gedanken bei euch.

Trauerkarte für einen Kollegen

Bei einem Kollegen passt eine wertschätzende, aber etwas zurückhaltendere Formulierung.

Lieber Markus,
zum Tod deines Vaters möchte ich dir und deiner Familie mein herzliches Beileid aussprechen. Für die kommende schwere Zeit wünsche ich euch viel Kraft und Menschen, die euch Halt geben.

Trauerkarte für einen Nachbarn

Liebe Familie Schneider,
mit großer Anteilnahme haben wir vom Tod Ihres Mannes erfahren. Wir werden uns gerne an seine freundliche und hilfsbereite Art erinnern. Für die kommende Zeit wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft.

Trauerkarte für einen Bekannten

Liebe Frau Müller,
zum Tod Ihres Mannes möchte ich Ihnen mein herzliches Beileid aussprechen. Für die kommende Zeit wünsche ich Ihnen viel Kraft und alles Gute.

Trauerkarte an die Familie eines Verstorbenen

Wenn du mehrere Angehörige ansprichst, kannst du deine Worte allgemein halten und trotzdem eine persönliche Erinnerung einbringen.

Liebe Familie Weber,
mit großer Traurigkeit haben wir vom Tod von Herrn Weber / Ihrem Vater erfahren. Wir werden ihn als freundlichen und herzlichen Menschen in Erinnerung behalten. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei Ihnen. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Zusammenhalt.

Beispiele für komplette Trauerkarten

Manchmal hilft es am meisten, einen fertigen Text vor Augen zu haben. Deshalb findest du hier einige Beispiele, die du natürlich an deine persönliche Situation anpassen kannst.

Eine kurze, schlichte Trauerkarte

Liebe Familie Müller,
zum Tod von Anna möchte ich euch mein herzliches Beileid aussprechen. Ich wünsche euch für die kommende Zeit viel Kraft und Menschen an eurer Seite, die euch Halt geben.
In stiller Anteilnahme

Eine persönliche Karte für eine Freundin

Liebe Anna,
es tut mir sehr leid, dass du Abschied von deiner Mutter nehmen musst. Ich weiß, wie viel sie dir bedeutet hat. Ich werde mich immer gerne an ihre herzliche Art und die vielen schönen Begegnungen mit ihr erinnern.
Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft für die kommende Zeit. Und bitte vergiss nicht: Du musst da nicht alleine durch.
In Gedanken bei dir

Nach dem Tod eines Elternteils

Lieber Thomas,
es tut mir sehr leid, dass dein Vater gestorben ist. Einen Elternteil zu verlieren, hinterlässt eine große Lücke. Ich hoffe, dass dir neben der Trauer auch die vielen schönen Erinnerungen an gemeinsame Jahre Trost geben können.
Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft und Zusammenhalt für die kommende Zeit.
In herzlicher Anteilnahme

Eine Trauerkarte für einen Kollegen

Lieber Markus,
zum Tod deiner Mutter möchte ich dir mein herzliches Beileid aussprechen. Für die kommende Zeit wünsche ich dir und deiner Familie viel Kraft und Ruhe, um Abschied zu nehmen.
Ich denke an dich und wünsche dir alles Gute.
Mit stillem Gruß

Eine etwas religiösere Variante

Liebe Familie Schneider,
zum Tod Ihrer Mutter und Großmutter möchten wir Ihnen unser herzliches Beileid aussprechen. Möge Ihr Glaube Ihnen in dieser schweren Zeit Trost und Kraft schenken.
Wir wünschen Ihnen Gottes Beistand und Menschen an Ihrer Seite, die Sie durch diese schwere Zeit begleiten.
In stiller Anteilnahme

Eine sehr persönliche Variante

Liebe Anna,
manchmal gibt es keine Worte, die einen solchen Verlust wirklich ausdrücken können. Trotzdem möchte ich dir sagen, wie sehr ich mit dir fühle. Ich werde deinen Vater als warmherzigen, humorvollen und immer hilfsbereiten Menschen in Erinnerung behalten. Besonders gerne denke ich an unsere gemeinsamen Abende zurück, bei denen er uns mit seinen Geschichten zum Lachen gebracht hat.
Ich hoffe, dass dir diese Erinnerungen irgendwann neben der Trauer auch ein wenig Trost schenken können.
Ich denke an dich und bin für dich da.

Du musst nicht die perfekten Worte finden

Wenn du eine Trauerkarte schreiben möchtest, geht es nicht darum, den perfekten Text zu finden.

Es geht darum, einem Menschen in einem schweren Moment zu zeigen: Ich denke an dich. Dein Verlust berührt mich. Du bist nicht allein.

Vielleicht wird deine Karte nur ein paar Zeilen lang. Vielleicht fällt dir ein ganz persönlicher Satz ein. Vielleicht kannst du zunächst überhaupt nur schreiben, dass dir die richtigen Worte fehlen.

Auch das ist völlig in Ordnung.

Denn gerade bei Trauer müssen Worte nicht perfekt sein. Sie dürfen ehrlich sein. Und manchmal ist genau das die schönste Form von Anteilnahme.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient als persönliche Formulierungshilfe. Welche Worte passend sind, hängt immer von der persönlichen Beziehung zum verstorbenen Menschen und den Angehörigen ab.

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